Funk und die lieben CTR

nopa
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Beitrag von nopa » 30. April 2007, 14:15

sorry das ich das Thema nochmals aufwirble, doch hab mich auf obigem Link auf der BAKOM Seite mal etwas durchgelesen.

Dort steht zu Flugfunk geschrieben:
...Die Anlagen dürfen nur mit einem entsprechenden Fähigkeitsausweis betrieben werden...
Ich nehme mal an, beim Begriff "Flugfunk" gibt es nicht noch weitere Unterscheidungen?!?

Also bräuchte es doch eine Funkerlizenz?

hemmi
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Beitrag von hemmi » 30. April 2007, 17:56

Hallo

Ich habe am Wochenende nochmals in den Auszug der AIP geschaut, die's 2005 zu meiner Segelflugkarte gab. (Ich weiss Schande über mich und mein historisches Kartenarchiv) (Vielleicht hat ja gerade ein Leser die aktuelle zur Hand)

Aber da steht irgendwo bei den Regelungen zum Funkverkehr drin:

COM 2:
2 Radiotelefonie
2.1 Für die Verbindung mit den Verkehrsdiensten der Flugsicherung ist der Ausweis für Bordradiotelefonisten erforderlich. Ausnahmen siehe 2.2
2.2 Kein Ausweis für Bordradiotelenisten ist erforderlich für Verbindungen :
a. zwischen Luffahrzeug und AFIS (Flugplatz-Fluginformationsdienst) (und ich denke da Fallen wir auch darunter)
b. auf den Frequenzen zur besonderen Verwendung, siehe:
- RAC 6-1 (Regelt die Segelflugfrequenzen, und (6.3) dass diese ohne Ausweis benutzt werden dürfen)
- RAC 6-2 (Regelungen für Ballone)
- SAR 2 (Notfunk und Funkfeuer)
c. (gekürzt) eines Flugschülern mit dem heimflugplatz oder gegen Ende der Ausbildung mit jedem beliebigen Flugplatz

Ich hab das so verstanden: Wir Hängegleiter dürfen Flugfunk benutzen, um bei einem Flugplatz auf dem AFIS zu fragen, ob die CTR bzw TMA offen ist.

Wir dürfen uns aber nicht bei irgendeiner airtraffic-control oder so melden, weil
erstens: dort wird strikt nach den Regeln gefunkt, die man ja lernen müsste. Und
zweitens: weil wir in den Lufträumen die dort verwaltet werden gar nicht rein dürfen.
(Sprich dort wo sich die stinkenden Brummer ihre privaten abgesperrten Lufträume aushandeln, also in der geschlossenen CTR bzw TMA oder im B/D und auf dem Rollfeld)

Wenn das jemand besser weiss bitte korrigieren.

Grüsse Heinz

cinemax
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Beitrag von cinemax » 1. Mai 2007, 15:24

Ja du hast das richtige Formular gefunden.
Ein gleitschirmkollege hat's mir vorgestern bestätigt.

Werde mal mit der BAKOM telefonieren um noch genaueres zu erfahren und hier zu dokumentieren.
Ihr solltet aber mit diesem Anmeldeformular: http://www.bakom.admin.ch/schalter/konz ... ml?lang=de
die Berechtigung erhalten Flugfunk zu verwenden. Ich nehme an es kommt dann auch ein begleitschreiben mit welches euch über die Details aufklärt...!

Gruss

Aircoon
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Beitrag von Aircoon » 1. Mai 2007, 17:43

hemmi hat geschrieben: Ich hab das so verstanden: Wir Hängegleiter dürfen Flugfunk benutzen, um bei einem Flugplatz auf dem AFIS zu fragen, ob die CTR bzw TMA offen ist.

Wir dürfen uns aber nicht bei irgendeiner airtraffic-control oder so melden, weil
erstens: dort wird strikt nach den Regeln gefunkt, die man ja lernen müsste. Und
zweitens: weil wir in den Lufträumen die dort verwaltet werden gar nicht rein dürfen.
(Sprich dort wo sich die stinkenden Brummer ihre privaten abgesperrten Lufträume aushandeln, also in der geschlossenen CTR bzw TMA oder im B/D und auf dem Rollfeld)

Grüsse Heinz
Hallo

Für die meisten Gleitschirmpiloten stimmt deine Aussage wohl. Dennoch ist es zu Allgemein gehalten, dass wir mit keiner Airtraffic-Control Kontakt aufnehmen dürfen.
Erstens, wenn man im Besitz des Radiotelefonieausweises ist, darf man eine ATC kontaktieren.
Zweitens, ist es uns nicht verboten in eine CTR oder TMA einzufliegen, FALLS man die nötige Freigabe (per Funk) erhalten hat. Wobei ich allerdings nicht weiss, wie gross die Chancen sind, eine solche Freigabe ohne Transponder zu erhalten. Aber requesten darf man ja...


Da ich im Besitze des RTI (Radiotelefonie International) Ausweises bin, allerdings noch nie Stecke geflogen bin (befinde mich noch in der Gleitschirmausbildung), habe ich mich schon gefragt, wie müsste man sich offiziell bei einem Fluglotsen melden? Eine Immatrikulation wie "HB-KJY" oder so gibt es bei einem Gleitschirm ja nicht! Einfach die SHV-Nummer oder schlicht und einfach "Yellow Paraglider" ? 8) Weiss das einer?

Gruss Stefan

Bauchstarter
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Beitrag von Bauchstarter » 2. Mai 2007, 12:22

mit der gleitschirmnummer.
auf softtoys.ch habe ich ein schönes beispiel gefunden:
"Meiringen Tower, Paraglider 26019, Lungern, 1700m, Request clearence Wilerhorn direction Brienzer Rothorn". "Paraglider 26019, go ahead, report Brienzer Rothorn", "Report Brienzer Rothorn, 26019"
im vfr-guide wurde folgendes ergänzt:
Kein Ausweis ist erforderlich:
- für Blindübermittlungen auf Flugplätzen
- Frequenzen nach RAC 6-1 (Segelflug), RAC 6-2 (Freiballone) und SAR 2 (Notruffrequenz)
- für Flugschüler, wie bereits erwähnt

Nicco
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Beitrag von Nicco » 28. Juni 2007, 20:35

Liebe Leute!!

Nach allen Spekulationen nun noch ein wenig Tatsachen, an denen keiner vorbei kommt!

Genauso wie beim Amateur- und Seefunk muss auch beim Flugfunk eine Prüfung abgelegt werden. Wo diese bei Amateur- und Seefunk das Bakom abnimmt, ist es in deren Vertretung die Skyguide beim Flugfunk. So, damit ist mal klar, dass man nicht einfach eine "Gurke" kaufen und überall betreiben darf. Richtig ist, dass das Abhören von Amateur- und Flugfunk konzessionsfrei ist. Seefunk ist bewilligungspflichtig, weil hier persönliche Daten ausgetauscht werden (z.B. Telefon-Verbindungen ins Fest-/Mobilnetz).

Jede dieser Funkarten erfordert eine gründliche Ausbildung. Teilweise mehr Technik (Amatuerfunk), aber vor allem Sprechfunkregeln für einen geordneten Funkverkehr (Schiffs- und Flugfunk). Das Ganze ist also nicht so trivial, wie ihr euch das vielleicht vorstellt.

Der Funkverkehr in Buochs/Alpnach ist während den CTR OFF Zeiten in der Tat nicht das Gelbe vom Ei. Es wird gesprochen, wie der Schnabel gewachsen ist. Meistens durch die Segelflieger. Das passiert leider an vielen anderen Plätzen auch so - mit dem Risiko, dass man das dann auch mal in einem kontrollierten Luftraum tut. Sobald aber in einen aktiven (und damit kontrollierten) Luftraum eingeflogen wird (also z.B. CTR Buochs, Alpnach oder Emmen) hört der Spass auf. Dann sind klare Sprechregeln gefordert, sonst gibt es nicht nur bei den Sonntagsfliegern Probleme... Überlegt euch mal, ob ihr bei einem solchen Funkspruch z.B. von Alpnach-Tower noch mithalten könnt: "HB-PLO, cleard to cross Alpnach CTR from Sarnen to Luzern at strictly 6500 feet, lookout for traffic from buochs direction pilatus same altitude and report when crossing complete" - nun?

Noch was zu den Lufträumen: Luftraum Golf geht bis 600 Meter ab Grund. Darüber liegt üblicherweise Luftraum Echo. In diesem Luftraum ist Funk noch keine Pflicht, aber es könnte bereits IFR-Verkehr unterwegs sein...

Also - alles nicht so einfach wie's aussieht!

Nichts desto trotz allzeit happy landings
Nicco

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